Verſuchungen gegenüber, die ſein Stand mit ſich brachte — unthätig dem Schickſale hingegeben, das ſeine Be⸗ förderung übernahm— verhätſchelt von einer ſchwachen, gutmüthige Frau, die eines Tages einſehen konnte, daß man den Mann achten muß, welchen die Liebe zum Herzen geführt.„Traurig, wer ein ſolches Leben erträgt, ohne die Erniedrigung desſelben zu fühlen,“ ſeufzte Giſela und trat mit wieder gewonnener Faſſung in das erleuchtete Familienzimmer zurück.
Dort hatte ſich auch mancherlei geändert. Zwiſchen dem Commerzienrath und ſeinen Kindern hatte ſich ein Geſpräch entſponnen, welches von der leichten Neckerei des alten Herrn bis zu der Differenz von Anſichten ge⸗ ſtiegen war. Es hatte ſich dabei herausgeſtellt, daß der Commerzienrath keinesweges geſonnen war, diejenigen Sünden, welche er beim Hinausfahren ſo leicht genom⸗ men, auch ſo leicht hingehen zu laſſen. Zuerſt in ſarca⸗ ſtiſchem Tone, dann aber mit dem ganzen Ernſte eines unzufriedenen Vaters war nochmals Alles von ihm zur Sprache gebracht worden. Es war erſichtlich, daß nicht ein Wort ohne beſondere Bedeutung von ihm gewählt war und daß auch er dieſen Ausflug nach dem Landhauſe zu ſeinen Zwecken zu benutzen gedacht hatte, als Lyſanna nicht von der Partie war.
Giſela trat ein, als die Flammen des Widerſpruches


