Ely's Bild in der ganzen Macht ſeiner Vorzüge ſtand jetzt grell beleuchtet vor ihrer Phantaſie— wenn ſie es zu verbannen gezwungen wurde, ſo löſchte ſich eine Sonne des Glückes aus und ſie trat in den Schatten der Zu⸗ kunft, welche ſich über geſchloſſene Träume ausbreitete.
Entſchloſſen richtete ſich Giſela auf. Ihr Auge hob ſich zum Himmel empor, wo in wandelloſer Klarheit der Mond im blauen Aether ſchwamm. Sie gelobte ſich, den Kampf mit dem Manne zu beginnen, der das Glück zu zerſtören drohete, welches ſie ſpät erkannt und auch ſpät gewonnen hatte. Es blieb ihr fern, ſich in nähere Beziehungen zu Ely zu denken, als in rein freundſchaft⸗ liche, gerade aber deshalb erſchien ihr das ſtille Wohlſein in ihrem kleinen Kreiſe gefährdeter. Die Zeit ſchwand. Wenige Jahre und Ely trat in das Alter, welches die reinen heiligen Bande der Freundſchaft gelten ließ. We⸗ nige Jahre und ſie durften in der Sympathie ſich ver⸗ einigt zeigen, die eine Familie verbindet. Eine göttliche Ruhe und Zuverſicht überſtrahlte bei dieſem Gedanken das ſchöne, ſtolze Angeſicht Giſela's. Sie mußte um den Preis kämpfen, ſo lange es möglich war. Ein ſolches Daſein harmonirte mit ihren idealen Weltanſchauungen. Wie unedel zeigten ſich dagegen die Verhältniſſe, worin ihr Bruder gebannt war. Abhängig von der Gnade eines reichen Mannes, den er Vater nannte— kraftlos den
34


