ſein. Sie brachte kein Opfer, als ſie noch vor dem Be⸗ ginne des dreißigſten Lebensjahres der Welt und ihren Freunden Valet ſagte, ſondern ſie war mit muthigem Herzen in eine Einſamkeit geflüchtet, wo ſie ſich ſelbſt leben konnte.
Tief innen aber glühte die unentweihte Kraft der Zärtlichkeit, die noch Niemand von ihrer Familie in An⸗ ſpruch genommen. War es ein Wunder, wenn Männer, wie die beiden Brüder Koltrum, bei den Vorzügen ihrer innern und äußern Geſtaltung, ſogleich ihr Intereſſe weckten, wenn ſie nach und nach einen Theil ihres nie verſchwendeten Wohlwollens in Anſpruch nahmen?
Mit dieſer Frage ſuchte ſie die Lichtblitze der Selbſt⸗ erkenntniß zu löſchen und da ſie ihre Neigung zu Lyſanna nicht zu beſchönigen und zu verhüllen brauchte, ſo gab ſie ſich dieſer mit voller Herzlichkeit hin.
Die Schleier ſanken aber jetzt von ihrer Seele und ſie erkannte im Augenblicke des traurigen Verluſtes, was ſie zufrieden und glücklich gemacht hatte.
Ely's Bild, in ſeiner männlichen Kraft, in der Be⸗ weglichkeit des Geiſtes, die ihn zu immer neuem Schaffen ſpornte, in der ruhigen Gemüthlichkeit, womit er ſich für das Wohl ſeiner Familie opferte, in dem ſinnigen Ernſte, der ſich nur bei beſonders belebten Geſprächen zurückzog, um einer liebenswürdigen Heiterkeit Platz zu machen—


