Teil eines Werkes 
1. Band (1865)
Entstehung
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ihn eine merkliche Unruhe, wenn er nicht zur beſtimmten Zeit die Runde durch die Ochſenſtälle machen konnte. Kam er dann von dort zurück und näherte ſich dem Hauſe, wo Giſela wohnte, ſo wurde ſein Schritt immer langſamer, immer bedächtiger und zögernder, gerade als habe er für dies Revier die höchſte Aufmerkſamkeit nöthig. Er blickte rückwärts er blickte vorwärts allein wohin er auch ſehen mochte, ſein Ohr war den ſchmeicheln⸗ den Tönen der Muſik zugerichtet, die aus jenem kleinen Hauſe drangen, wo zu ſeinem Verdruſſe ſeiner ſpecula⸗ tiven Bauluſt ein Ziel geſetzt worden war. Er gewöhnte ſich allmählig an dieſen kurzen Kunſtgenuß und er horchte mit wachſendem Entzücken auf die ſeelenvollen einfachen Lieder Giſela's oder auf die Sonaten, die ſie ſpielte. Freilich verſtand er gar nichts von Muſik, aber er em⸗ pfand ein ſüßes Wohlbehagen bei⸗ dieſem Genuß und je mehr er die verſchiedenen Sachen, die von der jungen Dame vorgetragen wurden, kennen lernte, deſto feſſelnder geſtaltete ſich der Zauber dieſer unbekannten Kunſt für ihn. Ganz unbewußt räumte er den wenigen Minuten, welche ihm unter den Klängen der Harmonien verflogen, die Wich⸗ tigkeit eines geheiligten Feierabends ein und er meinte nicht Ruhe finden zu können, wenn er ſie entbehren ſollte. Aber es trat ein Zeitpunkt ein, wo dieſe heiligſtille Abendfeier ein Ende nahm. Der Wind ſchnob ſchon bis⸗