15 mit keinem Fuße wieder zu betreten und er hielt Wort! Da kurze Zeit darauf der Umſtand eintrat, daß Herr Volkmar ſein Dienſtjahr im preußiſchen Heere abmachen mußte und er weit weg, nach dem Rheine, geſthickt wurde, ſo fiel dieſe plötzliche Nachläſſigkeit ſeinen alten Freunden nicht weiter auf. Mit den Eltern Volkmars hatten die Brüder nie verkehrt und da der Frieſenhof am entgegen⸗ geſetzten Ende des Dorfes lag, ſo trafen die beiden Fa⸗ milien ſonſt auch nicht zuſammen.
Außerdem erſchien auch gerade der Zeitpunkt, wo Herr Ely Koltrum ſeine lang gehegten Pläne zur Aus⸗ führung zu bringen trachtete. Zuerſt waren dazu Unter⸗ handlungen mit Baumeiſtern nöthig und des nöthigen B
Zaumaterials Zuflucht zur des Herrn Karl Traug
da dieſe wegen Ziegelbrennerei ott Oſterhof nahmen, ſo verbreitete ſich wie ein Flugfeuer plötzlich die Nachricht, daß Ely Koltrum bauen wolle. Was aber wollte er bauen? Dieſe Frage beſchäftigte alle Dorfbewohner ſo lange auf's pein lichſte, bis die Antwort zum Vorſchein kam:„Er will eine Zuckerfabrik bauen!“ Eine Zuckerfabrik? Welcher vernünftige Menſch fände dieſe Idee nicht über alle Be⸗ griffe thöricht! Noch dazu, daß ein Mann, der im Dorfe geboren und groß geworden, auf ſolche Idee verfiel, war geradezu unerhört. Man beliebte es lächerlich zu finden! Ja, wenn ein Mann weit hergekommen wäre und hätte
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