Teil eines Werkes 
1. Band (1865)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Hingebung zu ehren.

Die Jahre waren dahingerauſcht, ſie hatten aus dem Kinde Lyſanne eine wunderholde Erſcheinung ge⸗ macht, die ſchon jetzt, wo ſie ſich dem Zeitpunkte nä⸗ herte, welcher die jungfräuliche Blüthe raſch erſchließt, allgemeines Aufſehen erregte. Natürlich ſprach man im Dorfe davon und es kam der Frau Oſterhof zu Ohr, daß man ſich mit der Vermuthung trug,Volkmar werde keine andere, als Lyſanne Koltrum zur Frau nehmen.

Hul Wie loderte es in dem hochmüthigen Herzen der reichen Frau auf! Sie konnte kaum die Zeit erwar⸗ ten, ihrem hoffnungsvollen Sprößlinge ſtreng zu gebieten, daß er ſich von vorn herein ſolche thörichte Gedanken vergehen laſſen möge, denn ſie werde nie ihre Einwilli⸗ gung zu einer Heirath mit der Halbſpännertochter geben.

Volkmar hörte den mütterlichen Herzenserguß ſehr ruhig an. Das kalte Lächeln, womit er zwei Mal den Namen

Koltrum's Lyſanne wiederholte, bewies deutlich, wie ſtark er noch von den ländlichen Vorurtheilen beherrſcht wurde. Koltrum's Lyſanne gehörte ganz augenſcheinlich zu den Mädchen, mit denen eine Verbindung nach ſeinen Standesbegriffen unmöglich war, wenn er nicht ſonſt Luſt hatte ſich dem allgemeinen Spotte Preis zu geben. Er verſprach ſeiner erhitzten Mutter, da Frieſenhof

hätte ſeine Freunde im Frieſenhofe durch eine unbedingte