Teil eines Werkes 
1. Band (1865)
Entstehung
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bei, aber Lyſanne, das ſchüchterne Kind, ſtemmte ſich innerlich gewaltig gegen dieſe Pläne, die der Weisheit ihres Vaters entgegenliefen. Sie gab natürlich ihrem Ge⸗ fühle keine Worte, allein der innerliche Groll bildete eine Urtheilskraft in ihr aus, die wahrſcheinlich ohne dieſe Reibungen unentwickelt mit ihr geſtorben ſein würde.

In den Kreis dieſer Leute trat Volkmar Oſterhof nach der Anweiſung ſeiner klugen Mutter, die recht gut erkannte, wie hervorragend in geiſtiger Hinſicht des Halb⸗ ſpänners Koltrum ge waren. Mehrere Jahre ging der Jüngling im Frieſenhofe aus und ein. Die Einwir⸗ kung dieſes Umganges zeigte ſich allſeitig. Wenn er von dem tiefen gediegenen Wiſſen des Toby Koltrum tropfen⸗ weis die Nahrung in ſich ſog und mit Feuereifer ſeiner Schulbildung oblag, um dieſem Vorbilde nachzukommen, ſo veredelten ſich ſeine Weltanſchauungen unter Ely Koltrum's heiteren Belehrungen wie mit einem Schlage. Das Leben im Großen erſchien ihm als das Ideal alles Strebens, ſeitdem dieſer junge Mann ihm ein Gemälde von der erreichbaren Größe und Macht eines einfachen Menſchenlebens aufgerollt hatte. Mit Enthuſiasmus klam⸗ merte er ſich an dergleichen Gedanken an, aber leider ohne die Grundelemente ſeiner erſten Erziehung zu ver⸗ nichten.

Dies zeigte ſich in dem Augenblicke, wo es gegolten Fritze: Die Gebrüder Koltrum. I. Bd. 2