Teil eines Werkes 
1. Band (1865)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſeiner Pathen Volkmar getauft war, nach der Stadt auf ein Gymnaſium und erlaubte ihm bei ſeinen Ferienbe⸗ ſuchen jedweden Umgang mit feinen und gebildeten Leu⸗ ten, um ſeine Natur zu veredeln.

Bei dieſer Gelegenheit näherte ſich der junge Volk⸗ mar Oſterhof auch einem Manne, der ſonſt von ſeinen Eltern gründlich mißachtet worden war. Dieſer Mann 4 gehörte nämlich dem zweiten Range der Dörfler an und wurde als Halbſpännersſohn von Frau Oſterhof nicht courfähig befunden, obwohl er ſtudirt hatte. Man nannte ſein Vaterhaus nicht anders als den Frieſenhof. Ob aber ſeiner Vorfahren Stamm in Friesland zu ſuchen war, muß unentſchieden bleiben. Fremdartig klang ſein Name, zerinnerte auch durch ſeine Endſylbe an Städte frieſiſcher Gegenden und alte Leute wollten ſich erinnern, gehört zu haben, daß ſich ein Kriegsmann in der Mitte des vorigen Jahrhunderts in den Hof hineingeheirathet habe, den man jetzt den Frieſenhof nannte. So viel iſt ſicher und gewiß, daß die Koltrums, die ſeit jener Zeit im Frieſenhofe ihr Daſein begonnen und vollendet hatten, die ſchönſten Männer des ganzen Kreiſes geweſen waren.

Von der Familie Koltrum lebten jetzt nur noch zwei Sprößlinge, Tobias und Elias, Namen, die ſtets in der Familie zu finden geweſen waren. Tobias hatte, wie ſchon oben angeführt wurde, Theologie ſtudirt. Als er zum