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Kampf überall : Novelle / von Ernst Fritze
Entstehung
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haltung mit ihm weiter fortzuſetzen. Sie ſchieden unter ſchweigender, gegenſeitiger Verbeugung. Ringforth mußte anerkennen, daß eine bittere Wahrheit in der Erklärung des Schulraths enthalten war; aber gleichzeitig drängte ſich ihm auch der Gedanke auf, wie gefährlich dieſer Mann in der unbeſchränkten Vollmacht, die ihm von den vertrauenden Erben des General Kynar ertheilt war, für den ganzen Nachlaß werden könne. Schon daß er mit frecher Stirn ſich in Beſitz der Wohnung der Generalin geſetzt, bewies ſeine Fähigkeit zu Ausſchreitungen und Willkürlichkeiten aller Art.

Ringforth erachtete es in Rückſicht darauf für geboten, den Sachwalter der verſtorbenen Generalin Kynar mit der Vollmacht zu betrauen, die Rechte ſeiner Gattin den übrigen Erben gegenüber zu vertreten und zu wahren. Und das hatte denn alsbald zur Folge, daß dieſer eine gerichtliche Verſiege⸗ lung beantragte, wodurch der vormalige Schulrath Meineke nebſt ſeiner Gemahlin, der vormaligen Geſellſchafterin der Generalin Kynar, urplötzlich an die Luft geſetzt wurden. Trotz aller mündlichen und ſchriftlichen Proteſtationen war der Traum von Herrlichkeit und Wohlleben zu Ende, und ſie mußten zu andern Mitteln ihre Zuflucht nehmen, um in be⸗ ſcheidenerer Weiſe ihr Leben zu friſten.

Schon die erſten gerichtlichen Einſchreitungen veränderten alſo den Stand der fraglichen Erbangelegenheit, und nach näherem Eingehen ſtellte es ſich dann heraus, daß durch die teſtamentariſchen Verfügungen des, ſeit zwanzig Jahren, ver⸗ ſtorbenen Generals Kynar alle Eventualitäten bedacht, und im Falle keine Leibeserben vorhanden waren, das Baarver⸗ mögen, das ſich damals vorgefunden, an die Erben Kynar, alles Andere jedoch an die Nichte der Generalin fallen ſollte.