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Kampf überall : Novelle / von Ernst Fritze
Entstehung
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Sie ſollten auf meine Intention eingehen und mich ebenfalls bevollmächtigen, die Anſprüche Ihrer Frau Ge⸗ mahlin, als Nichte der Frau Generalin, zu vertreten; es möchte von Vortheil für Frau Adele ſein, würde mir die ganze Regulirung übertragen.

»Warum nicht gar; ich übertrage Ihnen nichts, ſagte Ringforth ungeduldig,und man wird von Gerichtswegen die ſogenannten Kynar'ſchen Erben ſehr bald darüber belehren, ob ſie ein Recht haben, vorzeitig über das zu verfügen, was für den Augenblick herrenlos daſteht. Das ſind Nebenſachen, die mich nicht zu einem Geſpräche mit Ihnen verlockten. Das Motiv zu dieſer von mir gewünſchten Zuſammenkunft liegt tiefer. Ich frage Sie ernſt, ſeit wann und aus welcher Veranlaſſung hat ſich die traurige Gemüthsbeſchaffenheit meiner Frau entwickelt?

Der Schulrath ſtutzte, ja er fuhr, gleichſam bis in's Innerſte erſchreckt, zuſammen und ſtarrte dem fragenden Manne ſeelenlos in's Geſicht. Nur eine Secunde währte dieſer Schreck, dann fragte er mit etwas unſicherer Stimme: Wie denn, mein Herr? Ich verſtehe nicht. Was hat Ihre Frau Gemahlin geſagt was hat ſie geklagt?

Sie ſagt nichts ſie klagt nichts; aber die Beſchaffen⸗ heit ihres Geiſtes ſpricht dafür, daß etwas Unverantwori⸗ liches geſchehen iſt.

Von meiner Seite nicht bei Gott! Fragen Sie Ihre Frau Gemahlin fragen Sie! rief Meineke auf⸗ athmend.

So trifft Sie doch wenigſtens die Schuld, daß Sie mich nicht in Kenntniß geſetzt, wenn ſie gequält wurde.

Darüber bin ich ſelbſt im Unklaren geblieben. Ich gebe