Haar ſtolz und kühn in die Höhe geſtrichen, verbeugte er ſich mit einer an Ehrfurcht ſtreifenden Artigkeit vor Ringforth, der ihn zwar höflich, aber kühl begrüßte und ſogleich das Geſpräch mit den Worten einleitete, daß ihre Wünſche ſich begegnet wären, denn auch er habe wichtige Angelegenheiten mit ihm zu beſprechen.
„Es wird ſich unſer Intereſſe in einem Gegenſtande zu⸗ ſammenfinden,“ entgegnete Meineke, verbindlich lächelnd;„ge⸗ ſtatten Sie mir zuerſt das Wort, damit Sie die Recht⸗ mäßigkeit meiner Einmiſchung einſehen. Ich habe Sie im Auftrage der Kynar'ſchen Erben aufgeſucht, das ſoll heißen: der Erben des längſt verſtorbenen General Kynar.“
„Sie— im Auftrage dieſer Erben?“ unterbrach ihn Ringforth frappirt.
„Ja. Sämmtliche Erben haben mich übereinſtimmend zu ihrem Vertreter, zu ihrem Bevollmächtigten und zum Ver⸗ walter der Erbſchaftsmaſſe bis zur Theilung erkoren.“
„Dieſe Maßregel ſcheint mir unüberlegt,“ warf Ring⸗ forth zerſtreut ein. Ihn beſchäftigte mehr der Gedanke an den Seelenzuſtand ſeiner Frau als an die Erbſchaft.
„Weshalb?“ fragte Meineke pikirt. Es ſind faſt lauter redliche, aber ungebildete Handwerker in der Provinz, denen daran liegt, ihre Intereſſen durch einen ebenſo redlichen Mann vertreten und gewahrt zu wiſſen. Meinem Rathe zu folge haben ſie beſchloſſen, durch mündliches Uebereinkommen die eventuellen Anſprüche Ihrer Frau Gemahlin, als Erbin der Frau Generalin, zu befriedigen und dadurch das ganze Erbſchaftsverfahren abzukürzen.“
„Darüber mache ich mir keine Sorgen; das wird ſich Alles von ſelbſt abwickeln.“
Ernſt Fritze: Kampf überall. 15


