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Kampf überall : Novelle / von Ernst Fritze
Entstehung
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Was halfen indeß alle Mahnungen. Die Stunden bis zur Ankunft Arnold's vergingen unter verwirrenden und auf⸗ regenden Scenen. Keiner wagte einen Ausſpruch über dieſe ganze Sache mit ihren Folgen zu thun.

Lady Elmore ſchauderte vor einer Möglichkeit zurück, die ſich ihr unwillkürlich aufdrängte, doch gab ſie derſelben keinen Ausdruck.

Es iſt wohl begreiflich, daß unter dieſen Umſtänden die endliche Ankunft des Bahnzuges, der Arnold und auch mög⸗ licherweiſe Ringforth bringen werde, mit Freude begrüßt wurde. Urſula, als ſie die heitere Stimme ihres Vaters von unten herauf dringen hörte, machte ſich bereit, ihm ent⸗ gegen zu gehen und ihn auf das vorzubereiten, was ſeiner wartete. Sie that es mit der ihr eigenen Beſonnenheit. Ihrem Arnold flüſterte ſie unter der zärtlichen Begrüßung mit fliegendem Athem, mit einer von Thränen gedämpften Stimme zu, daß ihre Mutter angekommen ſei.Es iſt fürchterlich, ſie zu ſehen und zu hören, Arnold; bleibe fern, bis ich Dich rufe; Lady Elmore bittet, Du ſollſt bei ihr eintreten.

Arnold weigerte ſich mit liebevollem Eifer, ſeine Gattin allein den ergreifenden Auftritten, die nothwendig folgen mußten, auszuſetzen. Er berief ſich auf ſeine Rechte, die ihn von vorn herein zur Bewillkommnung ſeiner Schwiegermutter aufforderten. Urſula's Augen füllten ſich mit Thränen. Sie flüſterte ihm einige Worte in's Ohr; beſtürzt wich er zurück; ſein Widerſtand erloſch vor dieſer geheimnißvollen Mitthei⸗ lung, und er ließ bangen Herzens die Tochter dem Vater folgen, als Ringforth ſich ſorglos nach dem Eingang ſeines Studirzimmers wendete. 8