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Von Hubert Depping, dem Lieutenant, gingen jetzt regel⸗ mäßig Nachrichten ein. Er gab, als guter Sohn, das feier⸗ liche Verſprechen, eines Tages heimzukehren, aber den Zeit⸗ punkt verſchob er in's Ungewiſſe, und nur aus der Andeutung, „daß ſich erſt alle Verhältniſſe in der Heimath klären, daß ſein Bruder mit der jungen Gattin das elterliche Haus ge⸗ räumt haben müßte, um ihm Platz zu machen,“ ſchloß man, er ſei erſt nach Verlauf des Winters zu erwarten.
„Und das iſt gut!“ ſagte Leopoldine zu ſeiner Mutter; ehier paßt Hubert jetzt nicht— vielleicht iſt bis dahin Manches entſchieden, was noch in der Luft ſchwebt.“
„Soll ich ihm das ſchreiben, Poldy?“ fragte Frau Dep⸗ ping bedenklich.
„Ja! Beſſer er erſcheint gar nicht als ſtörend,“ entgegnete die junge Dame mit dem vollen Rechte, das ſie als Schutz⸗ engel der Ringforth'ſchen Familie erworben hatte.
Vom Schulrath Meineke lief auch ein Schreiben ein, jedoch nicht an Ringforth, ſondern an ſeine Tante Lindner, die ſich mit Leib und Seele dem Kreiſe gewidmet, welcher in ihrem Hauſe gegründet war. Ohne anzugeben, wo er ſich mit ſeiner Gönnerin, der Generalin, niedergelaſſen, forderte er von ihr Auskunft über die Wirkungen, die der Zorn der alten Dame gehabt habe. Frau Lindner las den diplomatiſch abgefaßten, mit„ſchönen chriſtlichen Geſinnungen geſpickten“ Brief ſehr bedächtig, legte ihn indeß ſorgſam ſo lange bei Seite, bis ihr Liebling Urſel von ihrer Hochzeitsreiſe heim ſei nnd ihn ſelbſt beantworten könne. Da Meineke keine Adreſſe beſtimmt, ſondern die Antwort„Poste restante Toulon' erbeten, ſo vermuthete man mit allem Rechte, daß
die Generalin, im bitteren Grolle mit der ganzen Welt, jeden Ernſt Fritze: Kampf überall. 14


