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Kampf überall : Novelle / von Ernst Fritze
Entstehung
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aber vergaß er ſie und ihre Verdienſte um dieſe köſtlichen Minuten einer entzückenden Ueberraſchung im lebhaften Aus⸗ tauſch mit Urſula.

Die Regentropfen rauſchten allmälig ſtärker nieder auf die Blätterkronen über ihnen. Hin und wieder ſchlug ein Tropfen auf ihre glühenden Stirnen; was kümmerte ſie das dro⸗ hende Element über ihnen: ſie hatten ſich wieder und tauſch⸗ ten im herzigen Geplauder Trauriges und Tröſtliches, was ſeitdem geſchehen war.

Leopoldine ſchlich langſam hinterher. Auch in ihrer Seele war es hell und friſch geworden, ohne daß ſie ſich Rechen⸗ ſchaft zu geben vermochte, wodurch.

In wenigen Wochen wurde Alles in's Werk geſetzt, was noch nöthig war, um die jugendlichreizende Braut zur Gattin Arnold's zu machen. Still und feierlich, aber auch nicht ohne traurige Rückblicke auf die Herzenskälte der Mutter, die ihrer Pflichten ſo wenig eingedenk geweſen war, verfloß der Tag, an welchem ihr Bund prieſterlich geſegnet wurde. 3

Einige Tage ſpäter verließ das junge Ehepaar die Hei⸗ math, um eine Hochzeitsreiſe nach dem Süden anzutreten. Arnold hatte beſchloſſen, bis Neapel zu gehen vielleicht in der Hoffnung, die Generalin Kynar dort zu finden und Frau Adele zur Rückkehr in die Heimath zu bewegen.

An demſelben Tage, wo Arnold und Urſula ihre Reiſe an⸗ traten, verließ auch Ringforth die Heimath und ging zum Landtag.

Da es indeß nicht in unſerem Plane liegt, Reiſebeſchrei⸗ bungen oder parlamentariſche Berichte zu liefern, ſo über⸗

gehen wir die zunächſtfolgende Zeitperiode und begnügen uns, nur überſichtlich die kurze Zwiſchenzeit bis zur Rückkehr des jungen Ehepaares zu berühren.