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hinausträumen können; ich muß ſehen, ob die flüchtigen küh⸗ nen Hoffnungen, die mich beſeelen, ſich verwirklichen— eine Ahnung ſagt' es mir, daß meiner eine Ueberraſchung wartet.“
Leopoldine willfahrte gern der ſtürmiſchen Bitte.
Das Wetter war zwar nicht einladend zu einer Prome⸗ nade. Die Wolken zogen ſich mit verrätheriſcher Geſchwin⸗ digkeit zuſammen und droheten mit Regengüſſen. Auch dun⸗ kelte es bereits ſtark. Doch, was kümmert ſich ein erwartungs⸗ volles Herz um einige Tropfen Regen, wenn es innen von Hoffnungen durchglüht iſt.
Urſula ſah zum erſten Male friſch belebt, entlaſtet von der Kümmerniß um ihren Vater, in ihre Zukunft; ſie mußte hinaus und ſehen, ob Sterne am Himmel prangten, ob Wol⸗ ken denſelben verhüllten. Es war in ihr ja hell geworden, und der Glanz des Glückes hob ihre Zuverſicht, daß Alles, Alles ſich erfüllen werde, was ſie zaghaft geträumt.
Auch in Leopoldine ging der Wellenſchlag der Freundſchaft höher als ſonſt. Sie war befriedigt von den Reſultaten ih⸗ res Entſchluſſes. So, meinte ſie im Stillen, ſo müßte eine Braut ſein, die dem Geliebten doch ausſchließlich ihr Leben zu weihen beſchloſſen hatte. So mußte Urſula dem Manne entgegen ſehen, der, veredelt durch ſeine Liebe, muthig den Kampf des Wiſſens wieder aufgenommen hatte, aus dem er aller Wahrſcheinlichkeit nach glänzend als Sieger hervorgehen werde. 3
Urſula ſchlug gleich den Weg ein, der um die Stadt herum nach der Eiſenbahn führte. Ob das Signal des an⸗ kommenden Zuges ſie dazu verlockte? Oder war der, begin⸗ nende Regen ſchuld, daß ſie im dichtbelaubten Gange Schutz


