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Kampf überall : Novelle / von Ernst Fritze
Entstehung
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Er ſah durch die Thürſpalte den Doctor Abſchied neh⸗ mend ſtehen, ſah Frau Adele mit dem ſüßeſten Lächeln ſich verbeugen, ſah Fräulein Emma am Ohr der Generalin, ihr etwas zuflüſternd, was den beiden Anweſenden ein Geheimniß bleiben ſollte, und ſah ein ſtarres Erſtaunen in dem weißen Angeſichte der alten Dame, welches jedoch im Nu einer hold⸗ ſeeligen Freundlichkeit wich.

Sehr angenehm ſehr angenehm ſprach ſie mit ihrem klangvollen Organe und miſchte dem kalten Ausdrucke eine weiche Wärme bei.Sie kommen mir wie von Gott geſendet, mein guter, lieber Schulrath. Treten Sie ein; ich heiße Sie von ganzem Herzen willkommen! Raſch trat der Begrüßte näher. Der Doctor aber zog verwundert die Augenbrauen hoch in die Höhe. Wo war die bisherige Athmungsbeſchwerde geblieben? Was war Verſtellung? Der kurze Athem, der wankende Sprachton, das unerklärliche Etwas in ihrem Aeußern, was ſie hinfällig erſcheinen ließ, oder dieſes Charaktermaskenſpiel voll fürſtlicher Herablaſſung. Er gedachte der Bemerkung, die Hubert gemacht.Sie ſpielt die Kranke mit ihrem harten Herzen! Ja, ja in ihrer eifrigen Bosheit affectirt ſie gottlos, was ihr eines Tages bevorſtehen wird, ſagte er ſich im lautloſen Selbſt⸗ geſpräch, und ſein Mienenſpiel drückte unverkennbar Miß⸗ achtung aus.

Reiſen Sie in Gottes Namen, gnädige Frau, fügte er demſelben laut hinzu.Mein Bedenken, Sie heut oder mor⸗ genreiſen zu laſſen, iſt geſchwunden; reiſen Sie reiſen Sie; ich wünſche Ihnen eine glückliche Fahrt!

Seine Worte verhallten ungehört und unbegriffen. Unter dem Schwall von Begrüßungen, wie die fromme Heuchelei