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aus ſeinem tiefen Nachdenken. Wild blickte er um ſich. Er hatte vergeſſen, wo er ſich befand und glaubte ſich von einem Traume umfangen. Ein haſtiger Sprung nach der Thür— fort war er! Wie gejagt von Furien ſtürzte er die Treppe hinab— hinter ihm her tönte es, wie Hohn der Hölle: „Herr Lieutenant— Herr Lieutenant!“— 3
Unmittelbar nach ſeinem Verſchwinden trat Fräulein Emma in's Zimmer, athemlos vor Eile und angſtvoll die Hände ringend, als ſie ſich vergeblich nach ihm umſah. Die Gene⸗ ralin war zornig über alle Maaßen, daß man Herrn Hubert nicht gleich zu ihr eingelaſſen. Sie hatte den Doctor mit Vorwürfen empfangen. Ihr Athem ging kurz und ſchwer, als ſie ihm deutlich zu machen geſucht, daß er ſie unverant⸗ wortlich vernachläſſigt habe, und daß ſie nun ohne ſeinen Rath entſchloſſen ſei, unverzüglich abzureiſen. Der Doctor hatte danach mit ſeinem eigenthümlichen Lächeln darauf hin⸗ gewieſen, daß er es ſtets für nöthig erachtet, ſie auf mehrere Jahre einer Luftveränderung zu unterwerfen, und zwar ſo ſchleunig wie möglich. Nun ſollte Hubert kommen und ihre Befehle entgegennehmen.
Hubert war fort! Er war verſchwunden! Fräulein Emma lehnte ſich voller Verzweiflung weit zum Fenſter hinaus, um nach ihm zu ſehen.
„Er iſt fort!“ jammerte ſie.„Allmächtiger, jetzt wird ein ſchweres Unwetter über mich hereinbrechen! Wie konnt' ich ahnen, daß er ſich entfernen werde, ohne der Gnädigen den ſchuldigen Beſuch zu machen!“
Zögernd trat ſie zum Treppenflur hinaus; ſie hörte eilige leiſe Tritte von unten herauf, und noch ehe man die Klinge anrühren konnte, warf ſie geſpannt die Thür zurück,— ein Herr ſtand vor ihr; aber keineswegs Lieutenant Depping.


