„Durch Seeluft gekühlt— luſtwandelnd zwiſchen wild⸗ wachſenden Geranien, Pelargonien und Myrthen—“
„In luftigen Gewändern— im Haar die Purpur⸗ blüthen des Granatbaumes vereinigt mit der duftigen Orangenblume—“
„Ein Götterleben winkt uns—“
„Die unſchuldige Seeligkeit des Paradieſeslebens—“
Ein ſchrilles Klingeln unterbrach das Geſpräch.„Meine
Tante,“ lispelte Frau Adele zuſammenzuckend.„Auf Wieder⸗ ſehen— Sie kommen hinein, wenn der Doctor fort iſt.“— Die Dame hielt ihm die Hand hin. Er ergriff ſie nicht, ſondern legte, ſcheinbar ſelbſt vergeſſen, militäriſch grüßend, zwei Finger an die Stirn. Verwundert über dieſe Tact⸗ loſigkeit verließ Frau Adele haſtig das Zimmer.
Hubert blieb ſinnend allein. Wie von einer höhern Macht getrieben, wich er unmerklich mehr und mehr zurück, bis er der Thür ſehr nahe ſtand. Sein Geiſt kehrte zu dem Ideengange wieder, der ihn ſchon vorhin zu unerquicklichen
Reflexionen verleitet hatte:
Mit dem„Hauptmann“ war es nichts. Nachdem es der Generalin mißglückt war, den Gemahl der Nichte am Gängelbande zu führen, mußte ſie in Mißcredit fallen. Den Cieisbeo der Frau Adele zu ſpielen, war für den kaltherzigen Witzbold keineswegs verführeriſch genug zu einem Opfer— den gehorſamen Reiſebegleiter der alten„grimmigen, wüthen⸗ den, raſenden“ Dame abzugeben, hatte in Wahrheit noch weniger Verlockendes— ſein erſtes Debüt auf der hohen Weltbühne war mißglückt— es gelüſtete ihn nicht nach wei⸗ teren Verſuchen.
Ein Geräuſch vom fernen Wohnzimmer her weckte ihn


