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Kampf überall : Novelle / von Ernst Fritze
Entstehung
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— 192—

„Was iſt denn los, Fräulein?“ fragte der Doctor, nach⸗ dem er den Treppenverſchluß zugedrückt hatte.

„O Gott— ſeit geſtern Nachmittag ging es Schlag auf Schlag.“

„Dahin wird es auch eheſtens bei ſolcher aufregenden Lebensweiſe mal kommen,“ murrte der Doctor.„Und Schlag⸗ fluß iſt ſchlimmer, als Starrſucht. Was gab's denn?“

„Geſtern war unſer Andachtskränzchen, wo Excellenz Hoche immer Vortrag und Gebet hält. Geheimrath Hoche ließ ab⸗ ſagen. Eine halbe Stunde ſpäter Frau Miniſter von Mahl⸗ mann ebenfalls. Dann Frau Generalin von Tieflau, dann unſere beiden eifrigſten Mitglieder— Sie wiſſen ja— und wir hatten gerade geſtern feſt auf den Beſuch des Baron* gerechnet, den er ſchon längſt verheißen.“

„Der kam aber auch nicht?“ warf der Doctor ſarka⸗ ſtiſch ein.

„Bewahre— nicht einmal ſein Famulus der Aſſeſſor Loſch kam, hatte es aber auch nicht abſagen laſſen. Nur einige alte Wittwen, einige Geheimrathstöchter, einige Majors außer Dienſt und einige Candidaten ſtellten ſich ein. Alle ſchienen ſichtlich beſtürzt, als ſie hörten, Excellenz Hoche werde die Andacht nicht halten— genug, es währte keine Stunde, und unſer Salon war leer.“

„Nun, da könnte auch ſchon einen ſtärkeren Menſchen der Schlag vor Aerger rühren,“ ſprach der Doctor gemüthlich lachend.

„Und nun heute!“

„Was? Noch mehr?“

„Jawohl. Heute kamen Briefe aus der Provinz.“

„Aha— von Ringforth!“ rief der Doctor belebter und