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Kampf überall : Novelle / von Ernst Fritze
Entstehung
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„Wie das? Warum?“ feagte Hubert einigermaßen be⸗ ſtürzt.

„Weil ſie ſich durch ihren excentriſchen Eigenwillen„un⸗ möglich“ gemacht hat. Sie müſſen wiſſen, in der höheren und allerhöchſten Geſellſchaft geht's accurat zu, wie in der niedrigſten Volksſchichte. Man benutzt ſeinen Nächſten— man ſchmeichelt ſeinem Nachbarn und ſpielt den guten Freund, ſo lange man etwas von ihm zu erlangen hofft— glückt's, ſo hält man noch ein Weilchen die Maske feſt und zieht ſich dann allmälig zurück; ſchlägt's fehl, dann läßt man den guten Nachbar und Freund mit Eclat fallen, um damit ſein eigenes Anſehen zu retten. Oeffnen Sie Ihre Augen und Sie werden vielleicht in nächſter Zeit durch den Augenſchein von der Wahrheit meiner Behauptung ſich überzeugen können.“.

Sie waren während ihres Geſpräches bei der Thür des Kynar'ſchen Hauſes angelangt und der Portier öffnete eiligſt, ohne ihr Klingeln abzuwarten.

„Gut, Herr Doctor— gut, daß Sie kommen,“ flüſterte er mit einer bezeichnenden Pantomime, zog ſich indeß, wie ein furchtſamer Kettenhund ſogleich in ſein Kellerſtübchen zurück.

Die Herren wechſelten einen Blick und ſtiegen ſtumm mitſammen die Treppen aufwärts. Vorſichtig berührte der Doctor den Klingelknopf. Die Glocke ſchlug innen nur leiſe an, aber wie im Fluge ſtand Fräulein Emma hinter den bunten Glasſcheiben des Treppenflures.

„Gott ſei gelobt, daß Sie kommen!“ rief ſie ſehr aufge⸗ regt, trotzdem aber ſehr leiſe..

Die Herren traten ein. Der Doctor raſch und ſicher— Hubert zögernd und ſich hier überflüſſig fühlend.