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Kampf überall : Novelle / von Ernst Fritze
Entstehung
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Examen Mama aufſuchen werde. Ich hoffe ſehr viel von ſeinem Beſuche bei der Tante Kynar. Schreib Du, was Du ſchreiben mußt, um Deine Ehre zu wahren. Ich will auf mein Stübchen gehen und auch ſchreiben. Sei guten Muthes, Sonnenſtrahlen lichten das dichteſte Gewölk!“— Sie ſchmiegte ſich auf einen Moment an den in Sinnen verlornen Vater und verließ ſchnell das Zimmer, um in der Einſamkeit ihres Stübchens den Schmerz, welchen ſie kräftig in Zaum gehalten, austoben zu laſſen.

Mit einem Strome von Thränen warf ſie ſich betend auf die Knieen und rief Gott um Hilfe an! Sie fürchtete mehr, viel mehr, als ſie ihrem Vater einzugeſtehen wagte. Was bis zu dem Momente dieſer ſchrecklichen Eröffnungen nur bedeutungslos geklungen, wurde gewichtig; denn Arnold hatte ſeiner Mutter beiläufig gemeldet, er glaube Hubert in dem Gewühle eines zufällig entſtandenen Straßenauflaufes erkannt zu haben, ſei jedoch nicht im Stande geweſen, ſich Gewißheit darüber zu verſchaffen.“

Eine Reihe von Möglichkeiten eröffnete jetzt dieſe Nach⸗ richt. Ihre Zukunft mit allen ſüßen Wünſchen und herr⸗ lichen Hoffnungen lag vernichtet vor ihr.

Die Jahre der Jugend fließen ſonſt im Elternhauſe im ungeſtörten Frieden dahin; mag es auch ſtürmen in der Welt, mag auch in troſtloſem Kummer ein Tag den andern über⸗ bieten: Das Kind lächelt ſorglos und unſchuldig in das ernſte Ge⸗ ſicht des Vaters hinein; es lächelt bei den verſteckten Thränen der Mutter, ohne zu begreifen, daß dieſe Thränen bitterer ſind als Kindesthränen. Urſula Ringforth hatte dieſe Sorgloſig⸗ keit der Jugend verloren, noch ehe ſie ſich der Begriffe Moral und Tugend bewußt geworden war. Aber nicht durch