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Kampf überall : Novelle / von Ernst Fritze
Entstehung
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Er ſprang von ſeinem Sitze auf, durchmaß mehrere Male 1 mit hallenden Schritten ſein Arbeitszimmer, bevor er fort⸗ fuhr:„Es iſt jetzt ſo weit gekommen, daß Ihr Kinder wählen müßt, ob Ihr Euch zu dem Vater oder zu der Mutter halten wollt.“

Ein leiſer Schmerzensſchrei gab Kunde von Urſula's ge⸗ ängſtigter Seele. 3

„Die Tante Deiner Mutter erklärt mit harten, kalten

Worten, daß ſie die Ehe ihrer Nichte Adele, mit deren Bewilligung als getrennt betrachten würde, im Falle ich meine politiſchen Irrwege nicht auf der Stelle verließe und mein Mandat ablehnte. Sie meldet mir, daß ſie Ihr Teſtament zu machen im Begriff ſei, daß ſie die Kinder ihrer Nichte hiermit auffordere, unverzüglich zu ihr zu kom⸗ men, und daß es von mir abhange, Euch zu ihr zu be⸗ gleiten, um dadurch mein zeitliches und ewiges Glück zu 3 ſichern. Meine Weigerung würde das Signal zur Eheſchei⸗ dung und zur Enterbung ſein.“.

„Großer Gott,“ klagte das Mädchen, die Hände ringend. „Unſere arme Mutter!“

„Deine Mutter iſt nicht die beklagenswertheſte bei dieſem Ereigniſſe,“ fiel Ringforth finſter ein.„Sieh hier!“ Er deutete mit der Hand auf den Schluß des Briefes.„Deine Mutter fügt dem herzloſen Inhalte des Schreibens ſehr kalt⸗ ſinnig die Erklärung hinzu, daß ſie ganz einverſtanden mit allen Anordnungen ihrer Tante Kynar ſei, und daß ich gar nicht darauf rechnen könne, ſie jemals wieder zu ſehen, wenn

ich mich weigere, den Befehlen der Tante zu gehorchen. Sie hätte unſere jetzige Lage ſtets als eine Schmach angeſehen und verlange meine„Umkehr“ und„vollſtändige Unter⸗ werfung.“