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am wenigſten. Der Brief lag vor ihm ausgebreitet und ſeine Rechte preßte ſich feſt darauf. Sein Kampf war be⸗ endet! Daß ihm dabei die Augen feucht geworden waren, merkte er nicht.
An der Thür regte es ſich. Er mußte erwarten, Urſula eintreten zu ſehen. Um Zeit zur Faſſung zu gewinnen, ſchloß er ſchnell die Augen und lehnte ſich feſter in ſeinen Seſſel. Die Thräne des Schmerzes und Seelenleides, wovon er nichts wußte, hing ſich verrätheriſch in ſeine Wimpern.
Urſula trat ein. Sie kam in voller Lebens⸗ und Liebes⸗ freudigkeit; voll Schelmerei nahete ſie dem anſcheinend ſchlum⸗ merden Vater. Sie neigte leiſe ihr Antlitz zu ihm nieder. „Um Gott, er hat geweint!“ flüſterte ſie kaum hörbar. „Vater, lieber Vater, was iſt geſchehen?“
Ringforth zuckte innerlich zuſammen bei dieſem ſüßen Kindesgeflüſter, aber er öffnete die Augen nicht. Er regte ſich nicht. Er wollte ſeiner Tochter die Spuren ſeines inner⸗ lichen Kampfes verheimlichen.
Urſula fühlte ſeine Abſicht heraus. Sie reſpectirte dieſen väterlichen Willen indeß nicht. Raſch umfaßte ſie ſeinen Kopf mit beiden Händen und legte ihre Wange feſt auf ſeinen Scheitel.„Väterchen, liebes Väterchen,“ bat ſie mit zuckenden Lippen, als er jetzt nicht länger widerſtand, als er die Hand von dem unheilvollen Briefe löſte und den Arm um ihre zarte Geſtalt legte.„Liebes Väterchen, bin ich Dein beſter Freund nicht mehr?“ ſchmeichelte ſie, und die Rührung dämpfte den Klang ihrer Stimme.
„Ja, ja!“ fuhr Ringforth entſchloſſen in die Höhe,„Du ſollſt mir rathend und helfend zur Seite ſtehen; Du ſollſt entſcheiden für Dich und Deinen Bruder.“


