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Kampf überall : Novelle / von Ernst Fritze
Entstehung
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thun laſſen, Urſula, und dieſe ſind wahrlich traurig genug. Doch Geduld! Geduld! Bald tragen wir gemeinſam an dieſem Leide, das Ihr junges Herz bedrückt, das Sie ſo ernſt, ſo ſorgenvoll macht. Vertrauen Sie meiner innigen Verehrung für Ihren Vater. Fortan wirken wir zu⸗ ſammen!“

Es war keine heitere Verlobung, wie man ſieht, und dennoch legte Urſula am ſpäten Abend, wunderbar getröſtet und beſeligt, ihr Haupt in die weichen Kiſſen, um auszu⸗ ruhen von dieſes einen Tages Laſt und Mühen.

Am nächſten Morgen ſahen ſich die Verlobten noch ein Mal im Zimmer Ringforth's. Vor des Vaters Augen nahm Arnold das junge Weſen zum erſten Male an ſein Herz und Urſula flüſterte weinend:„Väterchen, ich bin nun ſeine Braut, aber Arnold will es erlauben, daß ich Dein beſter Freund bleibe! Ich werde ihm eine treue Gattin werden, aber dennoch bleibe ich Dein beſter Freund!“

„Vergiß nicht, theure Urſel, daß ich eine gute, treue Mutter habe,“ ſprach Arnold nach einer Pauſe, worin Jeder mächtig mit ſeinen aufgeregten Empfindungen zu kämpfen gehabt hatte.„Meine Mutter weiß von meinem Glücke.“

„Wenn Du abgereiſt biſt, gehe ich mit Poldy zu ihr hinüber und bitte ſie um ihre Liebe,“ antwortete Urſel in aufloderndem Jugendmuth.

„Außerdem bewahrt das Geheimniß Eures Glückes, bis Deine Mutter heimkommt; wir ſind ihr dies ſchuldig,“ ſagte Ringforth.„Ich will ihr noch heute davon ſchreiben.“

Er ſchrieb, ja er ſchrieb an ſeine Gattin Adele! O ſo gütig, ſo ganz verloren in den Erinnerungen an die Blüthen⸗ zeit ihrer eigenen Liebe, ſchrieb er ihr! Das ſchwere Leid,

Ernſt Fritze: Kampf überall. 12