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Nicht im Verſtande liegt die Kraft zu beglücken, ſondern im Herzen!“— Sie hatte ihr Auge ſchüchtern zu Boden geſchlagen. Jetzt gewann ſie es über ſich, es zu erheben und ſein Auge zu ſuchen. Ihre Blicke wurzelten feſt in ein⸗ ander— nicht in der Fiebergluth des aufwallenden Herzens, nein, in dem Ernſte eines heiligen Gelöbniſſes.
Schweigend gingen ſie neben einander den jubelnden Knaben entgegen, die erſt jetzt ihren Freund Arnold erblickt hatten, und bald ſah man den jungen Mann inmitten der fröhlichen Jugend allerlei Spiel und Kurzweil treiben.
„Gehen wir langſam voraus,“ ſagte nach einer Weile Lady Elmore zu Leopoldine, als Curt ſeine Schweſter Urſel heranrief, um Anweiſungen zu geben beim Spiele.
„Ja,“ ſagte Leopoldine mit ganz beſonderer Güte und Bereitwilligkeit,„ja, es iſt beſſer für Sie. Der Wieſen⸗ pfad iſt ſchmal und das Gras gegen Abend oft feucht. Ihnen möchte es auch gut ſein, wenn wir auf der Grotten⸗ bank eine kleine Ruhepauſe machten. Sie ſammeln dort neue Kräfte!“
„Kluge Leopoldine,“ antwortete Lady Elmore ſcherzend, „das Glück Anderer zu fördern, iſt Ihre Freude, und Sie vergeſſen darüber, daß Ihnen das Schickſal Ihr eigenes Glück ſchuldig geblieben iſt.“
„Es hat noch Zeit, mich zu belohnen,“ war Leopoldinen's treuherzige Erwiderung.
Während dieſe beiden Damen die verabredete Ruhepauſe auf der Grottenbank machten, traf Ringforth bei ihnen ein. Sein Blick ſuchte unruhig die Tochter.
„Unſere Kinder werden bald hier ſein,“ rief ihm die Lady zu;„ſie ſtehen unter Schutz und Aufſicht des Referendar Depping.“


