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Kampf überall : Novelle / von Ernst Fritze
Entstehung
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„Dort kommt Arnold über die Wieſe,“ ſagte ſie, ſich ſelbſt unterbrechend und eilte nach der Veranda, Urſula der unvermfidlichen, einſamen Begegnung hartherzig über⸗ antwortend.

Arnold hatte Urſula mit Poldy ſchon längſt bemerkt, jedoch zögernd ſeinen Schritt gemäßigt, als wiſſe er, wovon zwiſchen den Freundinnen die Rede ſei. Sobald ſeine Couſine wegeilte, beſchleunigte er die wenigen Schritte und ſtand im Nu vor Urſula, die bleich und innerlich erzitternd ſtehen geblieben war, anſcheinend im Anſchauen des abend⸗ lichen Himmels verſunken, welcher mit kleinen Wölkchen wie überſäet erſchien. Silberweiß mit roſigen Rändern ſchifften ſie hoch oben am Himmelszelt dahin, während die Sonne hinter dichten Nebelſchleiern ſtand und nur durch einen Purpurpunkt im Gewölk ihr Daſein verrieth. Aber in dieſem Momente erweiterte ſich der Punkt, und die Sonne durchbrach ſiegreich die dunkeln Maſſen am Horizonte, mit ihren letzten Strahlen Alles vergoldend, was farblos im Dämmerſcheine gelegen.

Verklärt von dieſem Goldſchimmer, ſtanden die beiden jungen Menſchen vor einander, äußerlich ruhig und gefaßt.

„Sie reiſen morgen? Poldy ſagte es mir eben,“ begann Urſula.

„Ich gehe einer Prüfung meines Wiſſens entgegen,“ antwortete Arnold.„Das Reich des Wiſſens iſt groß. Wie ich auch wiederkehren werde, darf ich Sie dann fragen, ob Sie mich für würdig halten, Ihnen mein Leben zu weihen?“

„Beruhigt es Sie, ſo beantworte ich Ihnen ſchon heute dieſe Frage,“ entgegnete das junge Mädchen mit reizendem Lächeln.„Gehen Sie getroſt und kehren Sie getroſt wieder.

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