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Ringforth lehnte den Spazirgang entſchieden ab. Er blieb zurück, verſprach jedoch, ihnen Abends entgegen zu kom⸗ men. Leopoldinens heitere Mienen trübten ſich bei ſeinem Vorwand, daß Arbeiten ihn feſſelten. Sie ſah mit dem geſchärften Blicke der zärtlichen Freundſchaft den Schleier der Wehmuth über ſeinem Auge und fragte beim erſten Alleinſein mit Urſel voll liebender Ungeduld nach dem Grunde des Trübſinns, der ſich ebenſo ſichtlich bei ihr, als bei ihrem Vater zeige. Urſula ſchwieg und küßte ſie mit zärtlichem Ernſt. 4
Man ſchlug den Weg nach dem Badegarten ein, weil er der ebenſte im Thale war, aber man wollte nicht im Garten einkehren und zwiſchen den alltäglichen Vergnügungen der Menſchen die Freude an der Sommerpracht mit der Langeweile vertauſchen. Deshalb verließ die kleine Geſell⸗ ſchaft die breite Kaſtanienallee dicht vor dem bunt beſetzten Garten und ſchritt auf einem feſtgetretenen Wieſenpfade einer kleinen Meierei zu, wo man nur friſche ſüße und ſaure Milch mit dickem Rahm zur Erfriſchung erhalten konnte.
So lange hatte Leopoldine der Lady als treue Stütze gedient. Als ſie aber ihre kranke Freundin in der dunkel beſchatteten Veranda, gut verſorgt gegen Luft und Kühle untergebracht und dem hungrigen Knabenvolke hinreichend Milch, Brod und Zucker verſchafft hatte, da nahm ſie Urſel einige Momente aus dem Kreiſe hinweg und flüſterte ihr haſtig in's Ohr: Arnold reiſe am nächſten Nachmittage; er werde ihnen folgen, er ſei wunderbarer Weiſe ſehr raſch zum Examen befohlen. Niemand ſolle wiſſen, weshalb er reiſe, nicht daß er fürchte, er ſei nicht ausreichend gerüſtet, ſondern der allgemeinen Neugier zum Trotz.


