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loſe Waiſe war, als ich mich um deren Liebe bewarb. Das Schickſal hat Deine Mutter jetzt zur möglichen Erbin ge⸗ macht. Das kann, das ſoll und wird mich jedoch niemals unter die Herrſcherlaunen der Generalin zwingen. Mag ſie ihr Teſtament ſo einrichten, daß ich völlig ausgeſchloſſen werde, daß ihre Reichthümer Eurer Mutter zur alleinigen Dispoſition geſtellt ſind; ich will nichts dagegen einwenden und nichts davon beanſpruchen. Ich hoffe noch immer, daß Deine Mutter eines Tages einſehen lernt, der innere Friede überdauere allen äußern Glanz.“
Wieder trat eine Pauſe ein, weil Urſel es nicht wagte, ihrer Meinung Worte zu geben. Sie ehrte des Vaters Willen, aber ſie ſah eine unheilvolle Kriegserklärung in ſeinen unumwunden ausgeſprochenen Worten, denn ſie kannte die Schwächen ihrer Mutter beſſer als ihr Vater. Während Ringforth mit ſicherer und feſter Hand ſeinen Brief in das Couvert ſchob und daſſelbe ſorgfältig ſchloß, überwallte das Kinderherz eine nie gefühlte Angſt, die ſie antrieb, ihre Hand auf den Brief zu legen und zu fragen:„Vater, lieber Vater, kannſt Du nicht anders handeln? Darfſt Du wirk⸗ lich Deiner Ehre wegen das Mandat nicht ablehnen? Mir ahnet Unheil! Mama mit der Tante im Bunde— der Miniſter— ſeine Macht, Dich zu verderben— der Staat mit ihm im Bunde— Tante Kynar's Parteiwuth! liebes Väterchen— Dein beſter Freund bittet, Dich keiner Ueber⸗ eilung ſchuldig zu machen! Zurück kannſt Du nach Deinem Briefe nicht wieder. Was Du in dieſen Zeilen ausge⸗ ſprochen, iſt vielleicht dem winzigen Schneeball gleich, der im Fortrollen eine Lawine erzeugt, die Dich verſchüttet!“ Der Vater umſchloß ſeine Tochter mit beiden Armen.
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