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Kampf überall : Novelle / von Ernst Fritze
Entstehung
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las ihn langſam und bedächtig durch. Dann begann ſie von vorn und las ihn Wort für Wort nochmals. Ihr holdes, jungendliches Geſicht war ernſter und bleicher geworden, als ſie endlich aufſtand und feſten Schrittes den Garten verließ.

Oben angelangt, verfügte ſich Urſula ſogleich in des Vaters Arbeitszimmer. Sie fand ihn am Schreibtiſche. Ein Brief lag fertig couvertirt vor ihm; einen zweiten endete er eben mit ſeiner Unterſchrift.

„Was gedenkſt Du zu thun, Väterchen?“ fragte die Tochter mit bewegter Stimme. Ringforth blickte auf und wies mit dem Lächeln eines Märtyrers auf ſeine beiden Briefe.

„In dieſen Schriftſtücken liegt meine Antwort, Urſel. Deine Mutter verlangt im Namen ihrer Tante, daß ich ſo⸗ fort mein Mandat als Abgeordneter zurückweiſe, um nicht des Erbtheiles verluſtig zu gehen, das die Tante Kynar Euch teſtamentariſch vermachen will. Nun, Urſel? Glaubſt Du, daß ich um des Geldes willen meine Ehre einſetzen, daß ich meine Grundſätze verkaufen werde?“

„Nein!“ war des Mädchens Antwort.

„Gut, mein beſter Freund! In dieſem erſten Briefe hier habe ich meinen Wählern geſchrieben, daß ich mit Eifer dahin ſtreben werde, die Ehre zu verdienen, die man mir durch meine Wiederwahl erzeigt hat.“ Er hielt inne und ſah voll in ihr Auge.

„Ich habe es nicht anders erwartet, Väterchen!“

„Weiter! Deine Mutter fordert mich im Namen ihrer Tante auf, unverzüglich nach der Reſidenz zu kommen, um ihr bei der Schwierigkeit ihrer letztwilligen Verfügung Rath