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Der Schulrath verbeugte ſich nochmals und ging. Arnold Depping, der beurlaubte Referendar, trat ein.
Wie verändert, wie unglaublich verändert war der junge Mann ſeit den wenigen Wochen, die zwiſchen dem Morgen, wo er am Frühſtückstiſche die Ankunft Ringforth's wahr⸗ nahm und dem jetzigen Morgen lagen. Verſchwunden war das ſchlaffe, matte Lächeln, verſchwunden der gelangweilte Blick, verſchwunden die gleichgiltige Ruhe ſeines Mienen⸗ ſpieles. Hochauf trug er den Kopf; auf der Stirn lag das Licht eines innern Lebens, aus dem Auge ſtrahlte die Zuver⸗ ſicht des Geiſtes, und ſein ganzes, männlich ſchönes Ange⸗ ſicht erſchien vergeiſtigt und verklärt, als er raſch auf Ring⸗ forth zutrat und ihn achtungsvoll und beſcheiden um Ver⸗ zeihung bat, daß er ſich erlaube, ihm endlich perſönlich nahe zu treten.
Gütig reichte ihm Ringforth die Hand.„Sie haben mich, trotz meiner vorſätzlichen Zurückgezogenheit dennoch auf⸗ geſpürt,“ ſagte er, freundlich ſpottend.
„Verzeihen Sie mir mein gewaltſames Eindrängen; aber Ihr Freund Wadesheim, der zugleich mein Gerichtsdirector und Gönner war, ermuthigte mich zu einem Beſuche, nach welchem meine Seele dürſtete, Herr Oberſtaatsanwalt,“ ent⸗ gegnete Arnold, lebhaft bewegt. Ringforth fühlte die Huldi⸗ gung heraus, die in ſeinen Worten lag und ſagle abſpringend: „Sie arbeiten jetzt am hieſigen Gerichte?“
„Nein— ich bin beurlaubt auf zwei Jahr wegen—,“ er ſtockte und blickte vor ſich nieder.„Ihnen gegenüber will ich keinen Grund zu dieſem Urlaub erheucheln,“ ſagte er dann etwas befangen, aber mit einfacher Offenherzigkeit.„Nicht Familienangelegenheiten zwangen mich, den Urlaub nachzu⸗


