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Kampf überall : Novelle / von Ernst Fritze
Entstehung
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ſuchen, ſondern in einer Anwandlung von Faulheit beſchloß ich, aus dem Juſtizdienſt zu ſcheiden und als Privatmann meine ganze Lebenszeit zu verbummeln und zu verträumen. Mein Vater iſt im vorigen Jahre, gerade als ich dabei war, mein letztes Examen zu machen, geſtorben. Wir fanden un⸗ vermuthet einen Reichthum vor, der unſere Berechnungen weit übertraf. Die Schwierigkeiten, die geiſtigen An⸗ ſtrengungen, verbunden mit dem ungewiſſen Ausgang, ſcheuch⸗ ten mich von dem Examen zurück, und ich nahm vorläufig Urlaub, um Zeit zur Ueberlegung zu gewinnen. Mir erſchien es als eine Thorheit, für eine kleine Summe zu arbeiten und dem Staate zu dienen, während mir eine Revenue von meh⸗ reren tauſend Thalern zu Gebote ſtand; ich verlor die Luſt, mich dem Willen Anderer unterzuordnen, und mein Ehrgeiz ſchlummerte ein.“

„Ich finde Ihr Verhalten nicht lobenswerth, aber ganz natürlich. So lange man dem Staate umſonſt dienen muß, in der Hoffnung ſpäter eine einträgliche und ehrenvolle Stel⸗ lung dadurch zu erringen, ſo lange regelt dieſe Hoffnung unſere Denkungs⸗ und Handlungsweiſe. Durch eine plötzliche, glänzende Ausſicht muß ſich eine Veränderung Ihres Innern ergeben, aber es folgt ein Rückſchlag, mein junger Herr Col⸗ lege, und augenſcheinlich befinden Sie ic in dem Stadium der Reaction.“

„Allerdings. Ich habe meine übereilten Entſchlüſſe ver⸗ worfen, habe mich vor einigen Tagen zum Examen gemeldet und werde in kürzeſter Friſt das nachzuholen ſuchen, was ich verſäumt habe.“

Ringforth reichte ihm die Hand.„Das iſt lobenswerth! Verfolgen Sie nur feſt Ihr Ziel, und räumen Sie Ihrer