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Kampf überall : Novelle / von Ernst Fritze
Entstehung
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Mißtrauiſch ließ Ringforth ſeine Blicke über dieſe Er⸗ ſcheinung gleiten, die dem Charakter ſeiner politiſchen Partei⸗ ſtellung vollkommen heterogen war.

Er erwiderte indeß die Anrede mit entſprechender Höflich⸗ keit, und die Herren nahmen Platz.

Zuerſt bewegte ſich das Geſpräch in allgemeinen Ma⸗ terien, wie ſie das Leben mit ſeinen Verhältniſſen und Wechſelungen bietet. Die Wohnungs⸗ und Ortsangelegen⸗ heiten gaben hinreichend Stoff dazu, ließen aber zugleich den ſcharfſinnigen Ringforth außer allem Zweifel, daß er in dem geiſtlichen Rath Meineke einen jener intoleranten, orthodoxen Proteſtanten vor ſich habe, der die Kraft ſeines Geiſtes dazu benutzte, um gegen den menſchlichen Verſtand und gegen die menſchliche Vernunft zu kämpfen.

Ringforth vermied eine Debatte. Er ließ den Schulrath reden und hörte zu, ohne den Verſuch zu machen, ſeine ab⸗ ſurden Meinungen zu widerlegen. Selbſt directe Bezüglich⸗ keiten auf ſeine parlamentariſche Laufbahn nahm er gleich⸗ giltig auf und beantwortete ſie ſo kühl und gelaſſen, daß jedes weitere Eingehen darauf unmöglich wurde. Er wollte dem Manne gegenüber, der ſichtlich zu ſeinen Gegnern ge⸗ hörte, nicht warm werden, ſo lange derſelbe ſich nicht direct als Angreifer ſeiner Principien aufſtellte. Es kam aber endlich dahin.

Der Schulrath fragte, ob er nicht Willens ſei, ſich bei den Neuwahlen zum Parlamente zurückzuziehen.

„Keinesweges, mein Herr,“ war Ringforth's ſchnelle und entſchiedene Antwort.„Ich halte es für eine Bürgerpflicht, wieder einzutreten.“

„Sie haben ſich aber einen großen Antheil von Schuld