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Für jetzt hatte Ringforth ein Aſyl gefunden, fern von der Welt, worin er gelebt. Seine Zeit war in Anſpruch ge⸗ nommen, und ſeine Erholungen befriedigten ihn. In ſeinem Zimmer durfte er nicht oft geſtört werden. Dort lebte er, gleichſam abgeſchieden von der Außenwelt, ſeinen Forſchungen, ſeinen Studien, ſeinen Reflexionen und ſeinen Grübeleien hingegeben.
Es war ihm jedenfalls keine angenehme Störung, als eines Morgens ſeine Köchin mit der Meldung zu ihm her⸗ eintrat:„Herr Schulrath Meineke wünſche ihm die Auf⸗ wartung zu machen.“
Verwundert ſchauete Ringforth von ſeiner Arbeit auf und fragte:„Schulrath Meineke?“
„Ja, Herr Ringforth,“ antwortete das Dienſtmädchen treuherzig,„Schulrath Meineke, unſers Herrn Lindners Schweſterſohn.“ 3
„Ah— ſol!— Dann darf ich ihn ſchon wegen des guten Einvernehmens mit meinen Wirthsleuten nicht abweiſen laſſen,“ dachte Ringforth, etwas verdrießlich ſeine Feder niederlegend. „Sehr angenehm!“ ſagte er laut. Die Magd verſchwand, und gleich darauf trat ein unſcheinbarer, mittelgroßer Herr mit glattraſirtem Geſicht und halblangen Haaren, die ſorg⸗ fältig geordnet und geglättet waren, in's Zimmer. Ein Frack, weiße Handſchuhe und weiße Halsbinde vervollſtändig⸗ ten den geiſtlichen Rath.
„Sie geſtatten, Herr Oberſtaatsanwalt, daß ich mir— gelegentlich eines Beſuches bei meinem lieben, von mir hoch⸗ verehrten Onkel Lindner, ihrem zeitigen Wirthe— erlaube, Ihnen meine Hochachtung zu beweiſen,“ redete er den etwas
überraſchten Ringforth mit dem feinen Weſen eines Welt⸗ mannes an.


