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fehlte der Odem der Liebe, der von der Mutter ausgehen muß; es mangelte dem Verkehr und dem Geſpräch die Hin⸗ gebung herzinnigen Vertrauens.
Der kleine Curt, der ſich jetzt mehr zur Schweſter Urſel als zu ſeiner Mutter hielt, bildete häufig den Mittelpunkt des Geſpräches. Er erzählte Heldenthaten, die er vollführt und beſchrieb Wunderdinge, die er entdeckt haben wollte. Der Knabe war noch nie aus den Mauern großer und volkreicher Städte gekommen, hatte noch nie ſelbſtſtändig im Freien ſich bewegt und fühlte ſich hier plötzlich ſo unbeengt, daß ſeine Phantaſie und ſeine Thatkraft erwachte. Hinter jedem Buſche lauerten für ihn Gefahren, die er zu bekämpfen den Muth in ſich fühlte. In Katzen, in Hunden, die friedlich ihren Weg verfolgten, erblickte er wilde Thiere; Kaninchen, welche furchtſam aus dem Bereich ſeiner Nähe ſprangen, machte er durch ſeine Einbildungskraft zu geſpenſtiſchen Erſcheinungen, die er muthig verjagt hatte. Man wehrte dieſen Don Quixotiaden nicht. Sein Vater freute ſich des geiſtigen Um⸗ ſchwunges, der darin aufblitzte, da Curt bis dahin allzu⸗ weichlich an der Mutter gehangen und dadurch unliebens⸗ würdig geworden war.
Ringforth zeigte äußerlich nur ſelten bemerkbar, was ihn erfreuete und was ihn bekümmerte. Seine Selbſtbeherrſchung und ſeine Selbſtverleugnung wob einen dichten Schleier um ſeine Gefühle, den nur eine gleich geſtimmte Seele und ein gleich fühlendes Herz zu durchſchauen vermochte. Ob er glücklich war? Niemand konnte es ſagen; ſelbſt ſeine Tochter Urſula, die leidenſchaftlich an ihm hing, wußte nichts von ſeinen innern Kämpfen, die ihn zum Opfer eines tragiſchen Schickſals machen ſollten.
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