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„Sag' ihm das ſelbſt, Arnold,“ meinte Frau Depping faſt gerührt.
„Das wäre nutzlos, Mama. Warnungen vor dem Böſen ſind bei Hubert Anſpornungen zur Sünde. Aber ich werde ihn nicht aus den Augen verlieren, ihn gleichſam überwachen und durch rechtzeitiges Einſchreiten ſeinen Willen zu brechen ſuchen.“
In dieſem Momente ſtürmte Hubert, pfeifend und träl⸗ lernd, durch den Corridor, der neben den Zimmern entlang⸗ lief. Arnold horchte auf, legte ſein Buch hin und folgte den Schritten ſeines Bruders, als er hörte, daß er das Haus verließ. Sein erſter Blick in's freie Land überzeugte ihn, ſeine Vorausſetzung ſei richtig geweſen. Drüben auf dem Trottoir ging Urſel mit ihrem Bruder, augenſcheinlich im Begriff, einen kleinen Spazirgang in die ſchöne blühende Flur zu unternehmen.
Der Knabe Curt ſchritt ſtolz und ſtattlich neben ſeiner Schweſter, als wäre er ſich der Ritterpflicht gegen dieſelbe ſchon bewußt. Die kleine, feſte und gedrungene Geſtalt des achtjährigen Burſchen nahm ſich in den hohen Stiefeletten und kurzen Hoſen ſehr gut aus, und das biegſame Stöckchen mit Elfenbeingriff konnte füglich als eine nothwendige Waffe für unberechtigte Friedensſtörer gelten, die ihren Weg zu durch⸗ kreuzen Luſt verſpüren ſollten.
Urſel ſah wunderhübſch aus in dem einfachen Coſtüm, das anmuthig und bequem ihre jugendlichen Formen umſchloß.
In ruhiger, ernſter Weiſe mit einander plaudernd, wanderten
die jungen Spazirgänger in eine mit Kaſtanienbäumen dicht beſetzte Allee, deren friſchgrüne Kronen ſchon einen leichten und erquickenden Schatten bildeten. Die Allee lief ſchnurgerade
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