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Kampf überall : Novelle / von Ernst Fritze
Entstehung
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Dir dadurch freilich nicht verſchaffen, Arnold; aber das hat mir Madame Lindner mittheilen laſſen, in dieſem Orte hat die Familie bis dahin gewohnt.

Sie ſchickte ſich an, das Zimmer zu verlaſſen, während Arnold freudig dankte und ihr erklärte, die gegebene Auskunft genüge ihm ſchon vorläufig; denn von dem betreffenden Orte könne er Nachricht einziehen.

Frau Depping ſah dem Mädchen nach und ſagte mit einem Anfluge von Mitleid:„Hubert war vorhin ſehr übler Laune.“

„Ich hab's gehört,“ gab Arnold zur Antwort.„Es iſt gut, daß es zwiſchen Beiden zum völligen Bruch gekommen iſt. Mir hat die gute, argloſe Poldy längſt leid gethan. Sie verdient ein beſſeres Schickſal, als Hubert's mißachtete Gattin zu werden.“

„Er hat mir ſo eben ſchöne Anſichten über die Amüſements der Salons entwickelt. Um ſich die Langeweile zu vertreiben, will er Eroberungen der Herzen verſuchen.“

„Hubert mag ſich in Acht nehmen und unſern Namen nicht völlig in Mißcredit bringen. Warum geht er nicht auf Reiſen, wenn ihm die Heimath zu langweilig und zu enge wird? Für alle Fälle liegt eine Erbärmlichkeit ohne Gleichen darin, das Herz eines jungen Mädchens in Flammen zu ver⸗ ſetzen, ohne den Willen zu haben, ſie zur Gattin zu wählen. Poldy's ruhige Natur, ihre moraliſche Feſtigkeit hat ihrer Liebe eine Schranke geſetzt, über die hinaus ſich der Leichtſinn Hubert's nicht wagte. Sie wird dieſe Erfahrung nur mit einigen trüben Stunden und nicht mit ihrem ganzen Lebens⸗ glücke bezahlen. Nicht immer ſteht aber die Vernunft neben dem bethörten Mädchenherzen, und es giebt heißere Liebes⸗ ſchmerzen, als Poldy jemals empfinden wird.“