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Kampf überall : Novelle / von Ernst Fritze
Entstehung
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heirathen, und nun iſt es geſchehen,“ rief Hubert verdrießlich; und im vollen Ausbruche ſeiner Herzloſigkeit fügte er ſeltſam lächelnd hinzu:„Lieben kann ich ſie ja deſſen ungeachtet, wenn ſie es wünſcht— ebenſo gut, wie ich mir vorgenommen, die ſchöne Mutter und die reizende Tochter dort drüben zu lieben. Jeder im Weltall ſtrebt nach demjenigen, was ihm das Wünſchenswertheſte erſcheint, Mama. Mir fehlt für jetzt ein Amüſement, darum will ich der Mutter und der Tochter dort drüben meine Huldigungen weihen. Mach' nur keine Einwendungen— das ſind poetiſche Freiheiten der großen Welt, das ſind Gaukelſpiele aus den Coterien— das ſind Amüſement's, die man in den Salons übt.“ Er ſtürmte, grell auflachend, davon, ehe ſeine erſchreckte Mutter ein Wort der Erwiderung fand.

Als Frau Depping in's Zimmer zurückkam, ſtand Arnold n der Nähe des Fenſters, den Blick träumeriſch zu den Fen⸗ ſtern des Lindner'ſchen Hauſes empor gehoben.

„Du glaubſt wohl dennoch, daß der Herr Ringforth dort drüben der Verfaſſer Deines Büchelchens iſt, Arnold,“ ſagte ſie, mehr mit dem Ausdruck der Neugier als der Theilnahme.

In Arnold's Augen leuchtete ein warmes und lebhaftes Gefühl auf, als er entgegnete:„Wenn er es wäre, Mutter, welch' ein Glück für mich, ihn perſönlich kennen zu lernen. Ich ſchwärme für dieſen Ringforth; er iſt mein Ideal ge⸗ weſen, ſeit ich meine juriſtiſche Laufbahn begonnen, und ich verehre ihn wegen ſeiner edlen Selbſtverleugnung, womit er für Recht und Gerechtigkeit und Gewiſſensfreiheit eintrat, obwohl er wußte, daß er, als Märtyrer ſeiner kühnen Volks⸗ vertretung, würde büßen müſſen, was er„das Product ſeiner Ueberzeugung“ genannt.“

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