Zorn des jungen Mannes begegnend.„Dein unerwarteter Reichthum hat Dich hochmüthig gemacht, und Dein Hoch⸗ muth wird Dich eines Tages verrückt machen.
„Höre mein letztes Wort in dieſer Sache, Poldy,“ ſchrie er ſie in wilder Aufregung an.„Wehe Dir, wenn Du mir hinderlich bei meinen Projecten ſein ſollteſt— wehe Dir!“
Leopoldine entgegnete furchtlos:„Was ſollte mich wohl veranlaſſen, Dir in dem, was Du Dein Glück nennſt, hin⸗ dernd in den Weg zu treten! Es müßte denn ſein, daß ich das junge, liebreizende Mädchen dort drüben vor Dir zu warnen gezwungen würde.“
Hubert lachte ſtatt aller Antwort. Sein kalter, kecker Geiſt fand darin nichts Gefahrdrohendes, wenn er dies lieb⸗ reizende Mädchen wirklich zu heirathen erſt beſchloſſen hatte.
„Warne ſie nur,“ ſprach er nach einer langen Pauſe, in welcher er fortgeſetzt ſeine Augen auf die Hausthür drüben heftete.„Warne ſie nur, Poldy. Das würde ſie doch nicht abhalten, mich zu lieben, wenn ich es will.— Halt' mal!“ unterbrach er ſeine unverſchämte Rede,„die Thür öffnet ſich— es iſt der Schulrath Meineke, der aus dem Hauſe tritt; der ſoll mir Rede ſtehen— der wird mir die nöthige Auskunft geben können!“
Er ſtürzte fort! Leopoldine ſah, daß er den Schulrath erreichte, und daß er ihn freundſchaftlich unter den Arm faßte.
Die Thür des Nebenzimmers wurde in dieſem Augen⸗ blicke geöffnet. Frau Depping erſchien.„Was habt Ihr denn vor, Poldy?“ fragte ſie mißbilligend.—„Hubert wird doch keine Thorheit begehen in ſeiner Aufregung?“
Bevor die junge Dame eine Antwort zu geben vermochte, Ernſt Fritze: Kampf überall. 3


