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Kampf überall : Novelle / von Ernst Fritze
Entstehung
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allem nöthigen Geſchirr trug, während ihrer Magd ein zweites Präſentirbrett mit Kannen und Backwerk anver⸗ traut war.

Es erfolgte eine freundliche Begrüßung von allen Seiten; in ihr gingen die letzten Spuren der bekämpften Mißſtim⸗ mung unter. Curt ſowohl wie ſeine Mutter ließen ſich die delikaten Milchbrödchen vortrefflich ſchmecken; er hatte nichts dagegen einzuwenden, als ihm Urſel verhieß, er ſolle von jetzt

ab alle Tage ſo ſchöne Brödchen zum Kaffee bekommen. Mach dem Frühſtück trat die Mutter in eine volle, er⸗ ſprießliche Thätigkeit ein. Ihrem Geſchmacke und ihrer Um⸗ ſicht fiel das Arrangement anheim. Sie ſetzte die anweſenden Handwerker in Erſtaunen durch ihre practiſchen Anweiſungen, wonach im Umſehen die Wohnung ein ſo elegantes Ausſehen wie möglich erhielt. Bevor Madame Lindner mit ihrem Mittagsmahle erſchien, war Alles ſo weit geordnet, daß die Familie in einem Hinterzimmer, das vollkommen zum Speiſe⸗ zimmer eingerichtet, mit Büffet, Couliſſentiſch, Porzellan⸗ ſchränken und dergleichen verſehen war, diniren konnte.

Durch die Frohſinnigkeit Urſel's geweckt, belebte ſich auch der Knabe Curt bis zu kleinen heitern Einfällen und Ver⸗ gleichungen, worin er etwas zu leiſten vermochte, und die anſpruchsvolle Mutter, die ſich nun von ihrem gewohnten Comfort umgeben ſah, ließ ſich herab, zufrieden auszuſehen.

Das Mittagsmahl verlief in ſonnigerer Laune, als man hatte erwarten können. Die Furcht vor dem„fremden Leben am fremden Orte“ hatte ſich verloren, als Urſel's Mutter einſah, daß ſie mit den Sturmglocken ihres Zornes nichts er⸗ reichen werde, als eine vermehrte Thätigkeit des Gatten und der Tochter. Sie gab zu, daß ein Sommeraufenthalt im Orte und in der Wohnung ſein„Angenehmes“ haben könne.