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Kampf überall : Novelle / von Ernst Fritze
Entstehung
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Noch eine kleine Weile verging dem Vater und der Tochter in ungeſtörter Thätigkeit. Ihr unermüdlicher Eifer krönte ſich, die Unordnung lichtete ſich; Tapezier und Tiſchler thaten ebenfalls das Ihrige zur Ausſchmückung der Zimmer. Die Bilder hingen ſchon an den Wänden, die Spiegel waren placirt, ebenſo die Etagèren und Blumentiſche, ſogar die Vorhänge an den Fenſtern und die Portiéren an den Thüren waren theilweis befeſtigt. Urſel ſchauete mit leuchtenden Augen durch die hübſchen, freundlichen und bequem belegenen Wohnungsräume, und es gefiel ihr von Minute zu Minute mehr in ihrem neuen Aufenthaltsorte.

Da regte es ſich endlich in der Bruſt der eigenwilligen Mutter, und ſie trat reumüthig in das Zimmer, wo ihr Gatte und ihre Tochter weilten. An ihrer Hand hielt ſie den Knaben, welcher ſich inſtinetmäßig mehr zu der Mutter hielt, die ebenſo wenig wie er hier nützen konnte. Die Dame näherte ſich langſam dem Gatten. Ihr ſchönes, noch jugend⸗ lich friſches Geſicht zeigte eine ſanfte Freundlichkeit, als ſie ſagte:Mein Kopfweh läßt nach, Bernhard; ich will Euch helfen! Nimm mir den Regenmantel ab, Urſel. Was Du da auspacken willſt, kann ich beſorgen.

O Mama, wenn Du nur ſo gütig ſein willſt, den Frühſtückstiſch zu arrangiren, ſagte Urſel heiter.Sieh, da kommt unſere Frau Wirthin und bringt uns Kaffee. Curt hilft Dir; nicht wahr, Curt?

Der Knabe ſchmiegte ſich an ſeine Mutter und machte ein widerwilliges Geſicht. Seine Schweſter ſah ihn, ver⸗ ächtlich lächelnd, an und gab es ſogleich auf, gegen ſeine Laune, die er ſtets von ſeiner Mutter copirte, aufzutreten. Sie ging Madame Lindner entgegen, die ein Kaffeebrett mit