ſchen in ſeiner Umgebung, die ihm die liebſten waren, das ſchroff tadelten, was ihm eine öffentliche Anerkennung, eine huldigende Verehrung von Seiten ſeiner Freunde und Parla⸗ mentsgenoſſen bereitet hatte.
In ſeinem bedeutenden Wirkungskreiſe hatte er ſtets mit Kraft und Einſicht auf die Verbeſſerung und Vervollkommnung der conſtitutionellen Principien hingearbeitet. Seine Abſicht war ſtets nur darauf gerichtet, ſeine Anſchauungen und ſeine Kenntniſſe richtig zu verwerthen, ohne mit ſeinem Wiſſen und mit ſeinem Studium glänzen zu wollen. Nie war es ihm in den Sinn gekommen, einzelnen Perſönlichkeiten ent⸗ gegen zu treten. Er begnügte ſich damit, geiſtreiche Suaden durch irgend ein ſchlagendes Wort zu hemmen und zu ent⸗ kräften, und er gehörte bis dahin zu den wenigen Volksver⸗ tretern, deren edle Denkungsart ſelbſt von den gegenüber ſtehenden Parteien nicht beſtritten wurde. Da traten gefahr⸗ liche Maßregeln der Regierung ein, welche gegen die Ver⸗ faſſung liefen; ſie regten zuerſt nur die lauten Schreier mit ihren guten Stimmen zur Debatte auf, aber die drohende Gefahr, die unabſehbare Wirkung der miniſteriellen Ver⸗ fügungen weckten auch die ruhigern und beſonneren Männer zum Kampfe dagegen. Und was die Verſammlung der Volks⸗ vertreter mit ſtürmiſchem Beifall belohnt, das ſtörte den Frieden ſeines Familienlebens!
Raſch glitt die Erinnerung an dieſe kaum überwundene Lebensperiode durch den Geiſt des Vaters, als die Tochter ſeine Seelenruhe durch ihr Geſpräch geſtört hatte und voll Erbarmen in ſein umdüſtertes Geſicht blickte.
„Sei getroſt, Urſel,“ ſagte er dann gütig zu dem jungen Mädchen,„ſei getroſt, Deine Mutter wird ſich beſinnen; ſie wird ſich wiederfinden!“


