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und das Mittagbrod können Sie um drei Uhr erwarten.— Iſt's Ihnen ſo recht?“„Ich bin entzückt, Madame,“ ver⸗ ſetzte das junge Mädchen,„und will nur gleich hinauf⸗ pringen, um die Mama zu beruhigen.“
Sie nickte mit reizender Zutraulichkeit und wollte fort. Madame Lindner hielt ſie zurück.„Halt' mal, Fräulein— zuvor muß Alles klar zwiſchen uns ſein. Sie müſſen erſt
erfahren, weshalb ich Sie ſo unfreundlich empfing. Wären
Sie geweſen wie Ihre Frau Tante, die da gegenüber bei Deppings gewohnt, als der ſelige Herr Depping noch lebte, ſo hätte ich mich niemals um Sie bekümmert. Solche Chriſten bringen nur Unheil in's Haus! Aber als ich wahr⸗ nahm, daß Sie nicht zu dieſen Scheinheiligen zählten, da ging mir's Herz für Sie auf. Glauben Sie mir, ich hab's erfahren, was fromme Leute vermögen, wenn ſie ſich etwas in den Kopf geſetzt haben. Mein alter, guter Mann iſt auch ihr Opfer geworden— nun, ich hab' mich darin er⸗ geben und laſſe ihn walten und ſprechen wie er will.“
„Hat denn meine Tante ſeine Umwandlung verſchuldet?“ fragte das junge Mädchen, peinlich von dieſer Mittheilung berührt.
„Nein, als dieſe Dame hier eintraf, war er ſchon auf dem beſten Wege. Sehen Sie, wir wohnen hier an der Grenze vom Fürſtenthum Dodenburg, und die Reſidenz iſt uns ganz nahe. Dort graſſirt jetzt eine Sucht fromm zu ſein, und man hat ſich einen Conſiſtorialpräſidenten von fern her geholt, der ſtreng gottesfürchtig iſt und ſich ſeine geiſt⸗ lichen Räthe danach wählt. Das wär' ſoweit ganz gut und ginge uns, da wir anderer Fürſten Landeskinder ſind, nichts an. Aber das Unglück will, daß Schulrath Meineke meines
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