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Kampf überall : Novelle / von Ernst Fritze
Entstehung
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nach ein Schuhmacher, jetzt aber ein Rentier, der vom Miethsertrage ſeiner Sommerquartiere lebte und zehrte, be⸗ zeigte der jungen, freimüthig grüßenden Dame eine widerliche Devotion voll ſcheinheiliger Phraſen; dagegen ließ es die Frau bei einer kurzen, kalten, faſt feindſeligen Begrüßung bewenden.

Der Herr ſegne Ihren Eingang, gnädiges Fräulein, be⸗ gann Schuſter Lindner die Unterredung voll Salbung.

Und unſern Ausgang gleichermaßen, fiel Urſel faſt muthwillig ein;denn Herr Lindner, von unſerm Wegziehen hängt gleichſam unſer Glück ab.

Der Blick der Wirthin entwölkte ſich bei ihren Worten, und ein zufriedenes Lächeln umſpielte ihre ſchmalen, eben noch herbe geſchloſſenen Lippen.

Sind Sie und Ihre Eltern zufrieden mit dem Quar⸗ tier? fragte ſie mit einem Anfluge theilnehmender Güte.

Ganz zufrieden, Madame, erklärte Urſel lebhaft. Wir haben eine wunderſchöne Ausſicht, und abſonderlich mein Schlafzimmer mit dem Ausblick aufs alte Schloß hat mich entzückt.

Sie hätten die erſte Etage, die weit eleganter und be⸗ quemer eingerichtet iſt, haben können, Fräulein, entgegnete ſie haſtig;aber die gnädige Frau Tante ließ uns durch ihr Geſellſchaftsfräulein melden, daß ſie nicht wünſche dem Ge⸗ heimrath Hoche vorzugreifen, der wieder einige Monate hier wohnen will.

Wie? Geheimrath Hoche! rief Urſel beſtürzt. Hier im Hauſe Sr. Excellenz der Geheimrath?

Wußten Sie das nicht? fragte Frau Lindner mit ſichtlicher Befriedigung den Eindruck ihrer Benachrichtigung