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Ihr Sohn Hubert hatte ebenfalls ſeinen Platz am Fenſter behauptet. Der Anblick des ſchönen Kindes hatte Brennſtoff in ſein Herz geworfen.
Urſel trat ſorglos in die weit offenſtehende Hausthür. Die Wagen waren fortgefahren. Sie konnte jetzt unbehinderter die Straße nach allen Richtungen hin überſchauen. Vom hellen Frühlingsſonnenglanze übergoſſen, ſtand das Mädchen auf der erhöheten Thürſchwelle. Der volle unausſprechliche Reiz der erſten jungfräulichen Blüthe trat unter dieſer Be⸗ leuchtung deutlich und vortheilhaft hervor.
Urſel ließ ihren Blick forſchend über ihre nächſte Um⸗ gebung ſchweifen, bis er das Fenſter traf, wo Dame Depping in ihrer ganzen Pracht und Herrlichkeit zu ſehen war. Ihr erſchreckter Blick entdeckte auch gleichzeitig das Männer⸗ antlitz am nächſten Fenſter, das mit unverhülltem Intereſſe dicht gegen die Scheiben gedrückt war, um ſie beſſer wahr⸗ nehmen zu können.
Ein Widerwillen eigener Art überſchlich die junge, reine Seele des kindlichen Mädchens; denn ſchon der Blick eines ſolchen, innerlich vergifteten Mannes verletzt, und unbewußt deſſen, was ſie that, ſchob ſie haſtig die Hand, worin ſie die Karte ihrer Großtante Kynar hielt, in die Seitentaſche ihres Paletots, ließ das verhängnißvolle Blättchen hineingleiten und wendete ſich entſchloſſen, um zurück in's Haus zu gehen. Sie ſuchte nun ihre neue Wirthin auf, deren Rath ihr das erſetzen ſollte, was ſie aus einem eigenthümlichen Antriebe als unausführbar erkannt hatte.
Sie fand die Wirthsleute, Mann und Frau, in einem freundlichen Hinterſtübchen, von wo aus man das ganze Haus
vortrefflich überwachen konnte. Der Mann, ſeiner Profeſſion 2*☛


