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her weißt Du, daß die alte Dame ſolch' Vermächtniß beab⸗ ſichtigt? Sie hat ja eine Nichte, die an einen hohen Staats⸗ beamten verheirathet iſt.“
„Unſer Schulrath Meineke ſagte es mir mit geheimnißvollem Schmunzeln. Es muß allerdings etwas Beſonderes dabel im Spiele ſein; die ausgeprägte Schadenfreude des guten heili⸗ gen Meineke ließ dergleichen ahnen.“
„Schulrath Meineke weiß Alles; er iſt die rechte Hand bei der Generalin Kynar guten Werken. Wenn er es Dir geſagt, iſt's wahr und richtig. O, Hubert, dieſem Plan gehört meine ganze Billigung! Die Generalin hat Zutritt zu den nobelſten Kreiſen der Reſidenz;— bitte den Schul⸗ rath morgen zu Tiſche, wir wollen vorarbeiten. Eine Ver⸗ wandte der Generalin Kynar wär' mir gelegen als Schwie⸗ gertochter.“
Jetzt brach Hubert lärmend in ein übermüthiges Geläch⸗ ter aus.
„Mama glaubt's, Poldy, daß ich mich einer reichen Partie wegen zum Heuchler erniedrigen könnte. Mama glaubt ſo etwas von ihrem Sohne“, rief er wiederholt, indem er ſich vom Tiſche erhob und in's Nebenzimmer eilte, wo man ihn fortlachen und fortjubeln hörte.
Empfindlich erhob ſich Frau Depping ebenfalls und ſagte zu ihrem Sohne Arnold:„Hubert mag ſich vorſehen mit ſeinen Späßen, die mich lächerlich machen.“
„Laß ihn doch,“ begütigte ſie dieſer,„Du weißt ja, es iſt ſeine Hauptleidenſchaft, die Menſchen zu narriren.“ Ein Seitenblick auf Leopoldine machte dieſe Worte doppelſinnig. Das junge Mädchen achtete deſſen nicht. Ihr Auge leuchtete bei dem Ausbruch von Spott und Muthwillen, der wenig


