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Kampf überall : Novelle / von Ernst Fritze
Entstehung
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obere Etage ihres hübſchen Hauſes für die Sommermonate vermiethet gehabt. Jetzt aber ſollte dies nicht mehr ge⸗ ſchehen. Man wollte ſich des kleinen Vortheils wegen nicht beläſtigen laſſen.*

Sie ſaßen am Frühſtückstiſch in ſtrahlender Laune unter der erſtehenden Pracht des neuen Frühlings, vor ihren Blicken eine glänzend geſicherte Zukunft. Dieſe beneidenserwerthen Erdenkinder! Nach den kleinen Mühen ihres Lebens ſtanden ſie auf der Höhe des Glückes, unangefochten von den Wider⸗ wärtigkeiten, womit Andere zu kämpfen haben. Die Erfül⸗ lung all' ihrer Wünſche war geſichert; Befriedigung verklärte ihre Geſichter und färbte den Humor ihrer Einfälle.

Fand dieſe Behauptung wohl Anwendung auf Alle, die um den Frühſtückstiſch verſammelt waren?

Wohl nicht. In dem Geſichte der jungen Dame wechſelte Licht und Schatten. In ihrem Auge blitzte es bisweilen auf

wie Unruhe und Kampf, und in ihrem Innern wogte und wallte es bedeutend. Man ſah es an dem unſtäten Blicke, der von Einem zum Andern flog, als ſich das Geſpräch auf die Pläne einer Verheirathung Huberts lenkte, als es rückſichtslos ausgeſprochen wurde, daß man darauf rechne, im Laufe der Sommerſaiſon eine Erbin auffinden zu können, die, ihre Sommerfriſche mit einer Ver⸗ lobung zu ſchließen, geneigt ſei. Leopoldine hatte ſtille Hoff⸗ nungen genährt, ſeit ſie aus ihres Oheims Munde den 3 Wunſch vernommen,ſie mit Hubert verheirathet zu ſehen. Sie war keine arme Waiſe, die von der Gnade ihrer Ver⸗ wandten zu leben gezwungen wurde, und wenn ihr Vermögen auch dem Erbtheil Hubert's gegenüber gering erſchien, ſo war dies nach ihrer Anſicht jetzt um ſo weniger ein Hinder⸗