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Kampf überall : Novelle / von Ernst Fritze
Entstehung
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beurlaubte Juriſt, hatten ihr Domicil bei der Mama aufge⸗

ſchlagen, die ſich eifrigſt bemühte, das Weſen einer Dame

anzunehmen, welche nichts zu thun hat, als zu leben und

zu genießen. Die Stadt, worin ſie wohnten, gehörte zu

jenen hübſch gelegenen Provinzſtädten, die von welt⸗ und

lebensmüden Menſchen aufgeſucht werden, wenn ſie von des

Daſeins Laſt auszuruhen wünſchen. Staubfrei und friſch⸗

grün lag abſonderlich der obere Theil des Ortes mit ſeiner

Abdachung gegen den vorüberfließenden Fluß, woſelbſt ſich

auch das Wohnhaus der Familie Depping befand. Unregel⸗ mäßige Straßen, von Gärten und Landhäuſern unterbrochen,

bildeten ein ganz romantiſches Stadtviertel für ſich, das häufig von Fremden aus fernen und nahen Großſtädten zur Sommerfriſche benutzt wurde. Es paßte dieſe Stadt auch vortrefflich dazu. Man rühmte die Luft und das Waſſer nach Kräften, und da mit einer geſunden Woh⸗ nung auch eine billige Verpflegung zu erwarten war, ſo wurde es allgemach Mode, hierher zu ziehen und ſich das, was die dortige Natur nicht an Heilkräften bot, in wohl⸗ verpfropften Flaſchen aus fernen Gegenden ſchicken zu laſſen. Ausſicht und friſche Luft fand man genügend. Hügelketten, Wälder und Wieſen, ſprudelnde Bäche, die ſich dicht am Abhange in den Fluß ergoſſen, ſogar ein altes Schloß mit eingeſunkenen Mauern, umgeben von geſpenſtiſch verkrüppelten Weiden, nichts fehlte, um die Landſchaft zu verſchönern, und im Sommer ſammelte ſich die ſchöne Welt in Schaaren, ſo daß die Häuſer am Abhange einer Colonie von Welt⸗ und Staatsbürgern glichen, die hier, auf kurze Zeit zuſammen⸗ gewürfelt, des Lebens Plagen zu vergeſſen ſuchten.

Die Familie Depping hatte bis dahin auch ſtets die