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mußte. Für den Augenblick beſchränkte ſich die Mißhellig⸗ keit darauf, daß die Dame Depping die ruhigen und ver⸗ wunderten Blicke des jungen Mädchens unbequem fand,
wenn ſie im Uebermuthe des Glückes und der Freiheit aus
Rand und Band ging.
Und dies geſchah nach dem Tode ihres Gatten faſt täg⸗ lich. Sein Ableben bereitete ſeiner Familie die nicht unan⸗ genehme Ueberraſchung, daß er durch ſeine Strebſamkeit ein viel reicherer Mann geworden war, als man es nach ſeiner Sparſamkeit hätte ahnen können. Er hatte ſeine Frau und ſeine Kinder zu fröhlichen Erben gemacht.
Die Familie Depping ſuchte jetzt eifrig nachzuholen, was ſie ſich unter dem Drucke des ſparſamen Familienvaters hatte verſagen müſſen. Die Dame richtete ſich im Aeußern wie im Innern nach„ihren Mitteln“ ein, und ihre Herren Söhne folgten willig ihrem Beiſpiele. Mit dem Bewußtſein, aus⸗ reichendes Vermögen zu beſitzen, erloſchen die Triebe des Ehr⸗ geizes, die ſie vorher auf eine ehrenvolle Laufbahn geführt hatten. Sie verſpürten Beide durchaus keine Luſt mehr, ſich zu quälen. Hubert, der Lieutenant, meinte, er habe dem Vaterland ſchon mehr als nöthig gedient, indem er die Fatiguen und Strapatzen des böhmiſchen Krieges ertragen und nahm flugs ſeinen Abſchied, bevor neue Kriegsſtürme über Deutſchlands Fluren ſich zuſammenziehen konnten.
Und Arnold, der Juriſt, hielt es für ganz überflüſſig, ſich nun noch der anſtrengenden Arbeit eines letzten Staatsexamens zu unterziehen, noch dazu, da daſſelbe möglicherweiſe miß⸗ glücken könne. Vorläufig aber nahm er doch nur„wegen Familienangelegenheiten“ auf vier Jahre Urlaub.
Beide Herren, der geweſene Lieutenant ſowohl als der


