ſich. Schon nach wenigen Minuten hallte es kaum hör⸗ bar noch durch die Luft, und Joſepha, wie erſchreckend aus ihren Gedanken auffahrend, ſagte:
„Es wird dunkel im Thale, ich muß hinab! Wann wirſt Du Kleineck verlaſſen, theure Margot?“
Margot umſchloß das Mödchen.
„Morgen— morgen! O, gedenke meiner, wenn Du künftig hier weileſt— gedenke meiner, Seſi! Und—“ ſie ſtockte und blickte in lieblicher Verlegenheit auf Joſe⸗ phen nieder, die ſich leidenſchaftlich bewegt an fie ſchmiegte. Ihre Blicke ſanken in einander— ſie wurden wortlos Vertraute. 3
„Und wenn Du ihn ſieheſt— er wird nun wieder hieher kommen dürfen— bringe ihm mein Bild in's Herz zurück, wie Du mich geſehen, damit er mir nicht fluche. Sage ihm, es gäbe noch ein Glück für uns, die himmliſche Vereinigung einer zarten Seelenliebe. Er ſolle ſeinem Großvater gehorſam ſein und ſich der Gattin vermälen, die Jener ihm beſtimmt habe. Dann, nach Jahren vielleicht erſt, wenn wir ruhig genug ſind, dann wollen wir hier zuſammentreffen und den Bund der Freundſchaft ſtiften!“
Ihr Auge glänzte in ſchwärmeriſcher Begeiſterung, indem ſie wie ſegnend die Hände über die Gegend aus⸗


