Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
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Seinem Verſprechen nach wollte er ſehr bald wiederkom⸗ men, aber Tag an Tag verging, ohne ihn oder ſeine Schweſter zu bringen.

Mittlerweile war der Frühling mit ſeiner ganzen Pracht in's Land gekommen. Prangend im köſtlichſten Schmuck, mit ſeinen Blüthen und Blumen, mit ſeinen Roſen und Lilien, entfaltete er einen berauſchenden Zauber, der namentlich Joſephen's Herz vollſtändig erfüllte.

Sie glaubte noch nie ſolchen Balſam eingeathmet, noch nie eine ſolche Blumenpracht erblickt zu haben. Die Roſenſtöcke an der Veranda ſtrotzten von Blumen, und die Lilien im Blumengarten bildeten ſich zu rieſigen Bouquetten.

Wenn ſie ſich des Morgens vom Lager erhoben hatte, eilte ſie hinaus, um zu ſehen, wie viel Knospen ſich entfaltet hatten, und ſie küßte die zartgefärbten Kelche der weißen Roſen und flüſterte einen Gruß hinein. Einen Gruß? An wen denn einen Gruß? Ach, ſie wußte es ſelbſt nicht an wen! Ihr Herz war nur ſo freudig und voll Erwartung. Was ſchadete es denn, wenn ſie in holder Beklemmung der Roſe einen guten Morgen zu⸗ flüſterte? Der Morgenhauch nahm ja den Gruß im Fluge von der Roſe und trug ihn himmelan, wo doch Niemand wohnte, wie die Engel,